Modul 10c – Notwendige Kompetenzen für Ausbilder

  
 Hohe fachliche Ansprüche
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Die neue Rolle des Ausbilders stellt hohe Ansprüche an ihn. Denn die fachlichen Notwendigkeiten werden durch die neuen methodischen Anforderungen ja nicht geringer.

Nach wie vor muss ein Ausbilder über fundierte Fachkompetenz verfügen, um
  • Ausbildungsprozesse planen, organisieren und durchführen zu können,
  • die Inhalte und Kompetenzziele der Ausbildung arbeitspädagogisch optimal umsetzen zu können.
  
 Als Persönlichkeit überzeugen
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Ganz wichtig: Ein Ausbilder muss durch seine Persönlichkeit überzeugen.

Die Wunschliste an die Eigenschaften eines Ausbilders ist lang. Ganz oben stehen:
  • die positive Grundeinstellung zum Menschen und
  • der Glaube an die Entwicklungsmöglichkeiten jedes Einzelnen.
Außerdem soll er folgende Fähigkeiten mitbringen:
  • Sensibilität, Aufgeschlossenheit und Flexibilität
  • Kooperations-, Kommunikations- und Konfliktfähigkeit
  • Souveränität und Strukturiertheit
  • Kreativität bei Problembehandlung
  
 Neue Methoden
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Neben diesen fachlichen und persönlichen Qualitäten werden vom Ausbilder methodische Kompetenz und pädagogische Fähigkeiten verlangt.

Wer Jugendliche ausbildet, sollte sich zum Beispiel auf folgenden Gebieten auskennen:
  • Moderation und Präsentation
  • Konfliktmanagement
  • Coaching und Mentoring
  • Projektmanagement
Und er sollte natürlich die Lerntechniken kennen, die er den Auszubildenden vermitteln will.
  
 Ein bisschen Theorie
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Der Ausbilder muss die Zusammenhänge zwischen dem Arbeitsprozess und dem Lernprozess erkennen.

Dabei unterscheidet er:
  • Was ist zu lernen? (Arbeitsprozess)
  • Wie ist zu lernen? (Lernprozess)
Anschließend bringt er beide Prozesse wieder zusammen, indem er sie beschreibt und durch neue Lehr- und Lernmethoden aufbereitet.
  
 Die Ausbildung begleiten
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Die Ausbildung wird so zur „Lernprozess-Begleitung“. Gemeint ist damit: Der Ausbilder unterstützt den Auszubildenden dabei, sich selbstständig die nötigen Kompetenzen für sein Berufsleben anzueignen.

Für den Ausbilder ist dies eine Umstellung: Denn seine Rolle verändert sich im Vergleich zu früher vollkommen:
  • Er steht nicht mehr vormachend und vermittelnd vor den Auszubildenden.
  • Er wird insbesondere zum Lernberater, Coach, Tutor und Moderator.
Der Ausbilder ist der „Ausbildungsbegleiter“. Seine Aufgaben:
  • Er arrangiert und verfolgt die Lernprozesse der Jugendlichen.
  • Er stellt die Entwicklung von Lern-, Fach-, Sozial- und Handlungskompetenzen sicher.
  • Er erkennt und löst Lernschwierigkeiten bei den Auszubildenden.
  
 Selbstständig und eigenverantwortlich
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Viele Betriebe bereiten ihre Auszubildenden schon jetzt auf einen lebenslangen Lernprozess vor. Die Jugendlichen sollen von Anfang an ganzheitlich qualifiziert werden – das heißt: mit all ihren fachlichen und persönlichen Kompetenzen.

Neue lern- und handlungsorientierte Methoden helfen den Unternehmen bei der Ausbildung. Im Mittelpunkt steht dabei der Auszubildende. Gefördert wird das
  • selbstständige,
  • erfahrungsbezogene und
  • eigenverantwortliche
Lernen und Arbeiten. Das ist die „Keimzelle“ für (Lebens-)Qualität, (Arbeits-)Motivation und (Kunden-)Zufriedenheit für das gesamte Berufsleben.

Rainer Nägel, Geprüfter Küchenmeister, Deutschland

„Nach meiner Ausbildungszeit als Koch habe ich in den darauf folgenden „Wanderjahren“ Einblicke in die verschiedensten Küchen und Restaurationsbetriebe gewonnen. Mir ist es damals wie vielen anderen Kollegen ergangen. Ich konzentrierte mich in erster Linie auf das Kochen, um möglichst viel Neues in Zubereitungsverfahren und Techniken zu erlernen.

Zugegebenermaßen ist das die Grundlage, auf der ein zukünftiger Erfolg aufgebaut ist, aber mit der Zeit wuchs in mir die Erkenntnis heran, dass darüber hinaus Wissen in den Bereichen Marketing, Buchführung, Rechtsgrundlagen und Mitarbeiterführung notwendig ist. Kochen allein macht noch keinen guten Betrieb aus. Man muss seinen Gästen auch ein stimmiges Konzept mit guter Gesamtleistung bieten.

Mit der Entscheidung zur Meisterprüfung war ein wichtiger Weiterbildungsschritt für mich getan, der auch in den folgenden Jahren bei meiner Arbeit als Prüfungsausschussmitglied bei der Industrie- und Handelskammer zu Köln seine Fortführung fand.

Ständiges Lernen und Sammeln von Erfahrungen ist heute nötiger als noch vor einigen Jahren. In einer sich ständig ändernden Gesellschaft mit hohen Qualitätsansprüchen ist Stillstand der Anfang vom Ende. Lernbereitschaft ist der Schlüssel zum Erfolg.

Bei meiner täglichen Arbeit in den Bereichen Betriebsrestaurant und Kasino sind das Anwenden von Erlerntem und die Bereitschaft, Veränderungen und Neues in die Arbeit einzubringen, eine Notwendigkeit.

Eine wichtige Grundlage für den Erfolg ist auch der Kontakt zu den Kollegen in der Gastronomie und der Austausch mit ihnen. Problemlösungen im Team, die Einbindung von Mitarbeitern in die Konzeption und die Gestaltung von Betriebsabläufen sollten selbstverständlich sein. Nur so ist ein Team als Ganzes erfolgreich.

Wenn man die Entwicklung der letzten Jahre in der Gastronomie beobachtet, sehe ich viele junge engagierte Auszubildende, die hervorragende Leistungen bringen und das Niveau ständig steigern konnten. Und dies dank einer Vielzahl von guten Küchenmeistern, die Wissen und Erfahrungen weitergegeben haben. Ausbildungsinhalte und die Ausbildung als solche sind nach einigen Anpassungen in den letzten Jahren jetzt auf einem hohen Standard und gastorientiert entwickelt worden.

Die Weiterbildung zum Küchenmeister ist für jeden jungen Koch mit Ambitionen ein Muss.“

10 – Lebenslanges Lernen

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